Die Geschichte der Pershing-Raketen in der Bundesrepublik Deutschland 1960–1991

Ein militärisches Symbol des Kalten Krieges, ein Politikum von globaler Tragweite und ein Stück Technikgeschichte mitten in Deutschland

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Buchcover: Raketen für den Frieden? - Die Geschichte der Pershing-Raketen

Raketen für den Frieden?

Die Geschichte der Pershing-Raketen in der Bundesrepublik Deutschland 1960–1991

Ein militärisches Symbol des Kalten Krieges, ein Politikum von globaler Tragweite und ein Stück Technikgeschichte mitten in Deutschland: Die Geschichte der Pershing-Raketen ist untrennbar mit der Weltpolitik und den Ängsten einer ganzen Generation verbunden.

Dieses Buch nimmt die Leser mit auf eine fesselnde Zeitreise – von den Anfängen in der »Operation Paperclip«, als deutsche Raketenwissenschaftler nach 1945 in die USA geholt wurden, über die technische Entwicklung der Pershing-Systeme bis zur umstrittenen Stationierung auf deutschem Boden.

Mit der Nachrüstung der 1980er-Jahre rückten die Pershing-Raketen ins Zentrum internationaler Krisen, Protestbewegungen und geopolitischer Machtspiele. Der dramatische Bogen reicht bis zum INF-Vertrag, der ihre Vernichtung besiegelte und ein historisches Signal für Abrüstung und Entspannung setzte.

Fundiert, spannend und anschaulich erzählt, beleuchtet dieses Buch nicht nur die Technik hinter den Raketen, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Debatten, die sie prägten. Wer verstehen will, wie Militärtechnik Geschichte schrieb – und welche Rolle Deutschland dabei spielte –, findet hier eine aufschlussreiche und mitreißende Lektüre.

Ausgewählte Themen des Buches

Bildquelle: Symbolbild, generiert mit Gemini

Von Nordhausen nach Fort Bliss

Das Kapitel beschreibt die Operation Paperclip, mit der die USA nach 1945 deutsche Raketenexperten in die USA holten, um im Kalten Krieg technologische Vorteile zu sichern.

1945 befreiten US-Truppen das KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen, wo unter unmenschlichen Bedingungen V1- und V2-Raketen produziert worden waren. Zehntausende Häftlinge starben.

Die USA brachten über 100 deutsche Experten wie Wernher von Braun und Arthur Rudolph samt Raketen, Dokumenten und Technologie in die USA – teilweise vor der geplanten Übernahme durch die Sowjetunion.

Die deutschen Spezialisten arbeiteten in Fort Bliss (Texas) und später für die NASA. Sie waren entscheidend an Projekten wie der Redstone-, Pershing- und Saturn-V-Rakete (Apollo-Programm) beteiligt.

Viele der Wissenschaftler waren in NS-Kriegsverbrechen verstrickt oder profitierten von Zwangsarbeit. Ihre Vergangenheit wurde von US-Behörden zunächst vertuscht.

Erst in den 1980er Jahren wurden Fälle wie der von Arthur Rudolph aufgearbeitet, der seine US-Staatsbürgerschaft verlor. Die Operation bleibt ein ethisch fragwürdiges, aber technologisch folgenreiches Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

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Raketen für die US-Army und die NATO

Das Kapitel beschreibt die Entwicklung taktischer Kurzstreckenraketen der US Army und der NATO in den frühen Jahren des Kalten Kriegs. Ausgelöst durch den Korea-Krieg und die NATO-Gründung wurde Wernher von Brauns Team 1950 ins Redstone Arsenal verlegt, um militärische Raketen zu entwickeln.

Das erste Hauptsystem war die MGR-1 Honest John (ab 1953), die erste nuklearfähige Kurzstreckenrakete der US Army. Sie war ungelenkt, mobil und konnte bis zu 48 km weit fliegen. In den 1960er Jahren folgte die verbesserte M50. Die NATO plante, europäische Armeen mit über 140 Startern auszurüsten. Ab den 1980ern wurde sie durch die präzisere MGM-52 Lance ersetzt.

Eine weitere Rakete war die Corporal (ab 1955), die auf V-2-Technologie basierte und eine Reichweite von bis zu 150 km hatte. Sie wurde durch die MGM-29 Sergeant abgelöst, die auch bei der Bundeswehr bis in die 1980er die stärkste atomare Gefechtsfeldwaffe war.

Der Text erwähnt abschließend die parallelen Ambitionen zur friedlichen Weltraumforschung, die im gescheiterten Start des Explorer I-Satelliten zum Geophysikalischen Jahr 1957/58 gipfelten.

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Redstone - der Vorläufer der Pershing

Die Redstone-Rakete, entwickelt von Wernher von Braun auf Basis der V2-Technologie, war eine nukleare Mittelstreckenrakete der US Army im Kalten Krieg. Ab 1950 entwickelt, wurde sie ab 1958 in der Bundesrepublik Deutschland stationiert. Mit einer Reichweite von etwa 330 km und einem 4-Megatonnen-Sprengkopf (W-39) diente sie als Abschreckungsinstrument der NATO.

Ihr Einsatz war jedoch komplex und riskant: Der Transport und die Vorbereitung eines Abschusses erforderten einen großen Konvoi und über acht Stunden Zeit, die Betankung mit flüssigem Sauerstoff und Ethanol war gefährlich. Die Stationierung in Westdeutschland (z.B. in Wackernheim und Neckarsulm) folgte der damaligen NATO-Strategie, einen sowjetischen Vormarsch durch massive nukleare Gefechtsfeldverwüstung zu stoppen – wobei die weitgehende Zerstörung Deutschlands billigend in Kauf genommen wurde.

Die Redstone war von Anfang an als Übergangslösung konzipiert und wurde bereits 1958 zugunsten der moderneren Pershing-Rakete ausgemustert. Eine modifizierte Version brachte 1958 den ersten US-Satelliten, Explorer I, ins All. Ihr kurzer Einsatz spiegelt die nukleare Hochrüstung und die brutale Logik der frühen Kalten Kriegs-Planungen wider.

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Von der Redstone zur Pershing I

Dieses Kapitel erzählt die Entwicklung der Pershing I, einer amerikanischen Mittelstreckenrakete, die als Nachfolger der Redstone-Rakete entstand. Ihre Entstehung ist eng mit dem Kalten Krieg und dem Sputnik-Schock von 1957 verbunden.

Unter Leitung der Army Ballistic Missile Agency (ABMA) und mit Schlüsselfiguren wie Arthur Rudolph begann die Entwicklung. Den Zuschlag für die Produktion erhielt schließlich Martin Marietta. Auch Spezialfirmen Triebwerke und Navigation waren mit an Bord.

Geplant war ein hochmobiles System: Die gesamte Rakete samt Startgerät wurde auf Kettenfahrzeuge montiert, um in Europa Seite an Seite mit Panzerverbänden operieren zu können.

Nach intensiven Tests - unter anderem in Panama und Alaska - wurde die Pershing I ab 1962 bei der US-Armee eingeführt. Ab 1964 wurden drei Bataillone in der Bundesrepublik stationiert.

Die Rakete war ein Kind der NATO-Strategie der massiven Vergeltung. Sie passte nicht mehr ganz in den von den USA ab Anfang der 1960er-Jahre forcierten Wandel hin zu flexibleren Antworten und der Stärkung der konventionellen Kräfte des Bündnisses.

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Die Entwicklung von Raketen in den 1950er-Jahren

In den 1950er-Jahren war die US-Raketenentwicklung durch starke Rivalitäten zwischen Army, Air Force und Navy geprägt. Jede Teilstreitkraft verfolgte eigene Projekte wie Redstone, Atlas und Vanguard, was zu redundanten Entwicklungen und spektakulären Rückschlägen führte – etwa der Fehlstart der Navy-Vanguard-Rakete 1957.

Erst der Sputnik-Schock und der sowjetische Erfolg mit Sputnik 1 zwangen die USA zu besserer Koordination. Unter Leitung von Wernher von Braun gelang der Army Ballistic Missile Agency (ABMA) im Februar 1958 mit der modifizierten Jupiter-C-Rakete der Start des ersten US-Satelliten Explorer 1.

In der Folge wurden die zivilen Raumfahrtaktivitäten 1960 in die neu gegründete NASA überführt, während das Militär weiterhin für Raketenprojekte wie die Pershing-Reihe zuständig blieb. Die internen Konflikte verzögerten zwar anfangs den Fortschritt, führten letztlich aber zu einer strukturierteren Aufteilung zwischen ziviler und militärischer Raumfahrt.

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Die NATO-Strategie der massiven Vergeltung

Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der NATO-Strategie in den frühen Jahren des Kalten Krieges. Nach der Gründung 1949 verabschiedete die NATO mit DC 6/1 ihr erstes strategisches Konzept.

Es sah vor, dass die USA für einen strategischen Bombenkrieg, auch mit Atomwaffen, verantwortlich sein sollten, während die europäischen Mitglieder die konventionelle Verteidigung und Luftabwehr übernahmen. Diese Pläne waren zunächst jedoch sehr theoretisch, da vor allem die europäischen Streitkräfte schwach waren.

Die erste sowjetische Atombombe 1949 und der Koreakrieg 1950 lösten eine umfassende Revision aus. Das einflussreiche US-Memorandum NSC 68 unterstrich die wahrgenommene sowjetische Bedrohung und forderte eine massive Aufrüstung.

Zentrale Forderungen waren der Ausbau der nuklearen Abschreckung durch das Strategic Air Command (SAC), die Stärkung konventioneller Kräfte und der Ausbau der NATO einschließlich der Einbeziehung Westdeutschlands. Die Strategie wurde somit von der US-Dominanz geprägt, was später, etwa bei der »Flexible Response« in den 1960er Jahren, zu erheblichen Spannungen innerhalb des Bündnisses führte.

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Die NATO-Ratstagung im Februar 1952

Die NATO-Ratstagung im Februar 1952 in Lissabon beschloss einen ehrgeizigen Plan zum massiven konventionellen Aufrüsten in Europa: 50 Divisionen und 4.000 Flugzeuge bis Ende 1952, 90 Divisionen und 6.000 Flugzeuge bis 1954, gestützt auf 126 gemeinsame Luftbasen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an der wirtschaftlichen Lage Westeuropas.

Mit dem Amtsantritt von US-Präsident Dwight D. Eisenhower im Januar 1953 erfolgte eine grundlegende strategische Wende. Statt der defensiven Containment-Politik trat das offensive Konzept des Rollback und, vor allem, der Massiven Vergeltung in den Vordergrund. Der New Look sah vor, durch den massiven Ausbau des nuklearen Arsenals und die Androhung eines vernichtenden Gegenschlags gegen jeden Angreifer abzuschrecken.

Gleichzeitig wurden die konventionellen Streitkräfte (Heer und Marine) personell reduziert, aber mit taktischen Atomwaffen ausgestattet. Der konventionelle US-Verteidigungsbeitrag zur NATO sollte von 24 auf 14 Divisionen sinken. Diese Doktrin, 1954 von Außenminister Dulles öffentlich verkündet, machte die atomare Abschreckung zum zentralen Pfeiler der westlichen Verteidigung.

Bildquelle: Eigene Darstellung

Lauris Norstad als neuer SACEUR

Das Kapitel beschreibt die strategische Neuausrichtung der NATO unter ihrem neuen Oberbefehlshaber in Europa (SACEUR), dem US-Luftwaffengeneral Lauris Norstad, ab 1956. Die bis dahin vorherrschende Doktrin einer vorwiegend konventionellen Verteidigung wurde zugunsten einer massiven Betonung von Nuklearwaffen revidiert (Schild- und Schwert-Strategie). Norstads Hauptaufgabe war die nukleare Aufrüstung der NATO-Streitkräfte.

Der Start des sowjetischen Satelliten Sputnik 1957 veränderte die Lage grundlegend, da er die sowjetische Fähigkeit zu Interkontinentalraketen demonstrierte. Als Reaktion beschloss die NATO, atomare Gefechtsköpfe und US-Mittelstreckenraketen in Europa zu stationieren, um die Abschreckung aufrechtzuerhalten. Diese Raketen (Thor, Jupiter) wurden ab 1958 in Großbritannien, Italien und der Türkei aufgestellt.

Die Stationierung war jedoch kurzlebig: Im Geheimabkommen zur Beilegung der Kubakrise 1962 vereinbarten die USA und die UdSSR den Abzug der Jupiter-Raketen aus Italien und der Türkei. Die Strategiedebatte und die Raketenfrage führten in den Folgejahren zu intensiven Diskussionen innerhalb des Bündnisses, unter anderem über die multilaterale Atomstreitmacht (MLF).

Bildquelle: Eigene Darstellung

Auf dem Weg zu einer neuen Strategie

Das Kapitel beschreibt die strategische Neuorientierung der NATO in den frühen 1960er Jahren unter US-Präsident Kennedy. Die bisherige Strategie der massiven nuklearen Vergeltung (verkörpert im verworfenen Dokument MC 96) sollte durch die Flexible Response ersetzt werden, die eine massive Stärkung konventioneller Streitkräfte in Europa vorsah, während Atomwaffen zum letzten Mittel wurden (Dokument MC 26/4).

Dennoch blieb die nukleare Komponente zentral. Der damalige NATO-Oberbefehlshaber in Europa (SACEUR) Lauris Norstad argumentierte eindringlich für den Erhalt und die Modernisierung seiner nuklearen Angriffsmittel, insbesondere landgestützter Mittelstreckenraketen (MRBMs). Er begründete dies mit einer detaillierten Liste von über 600 priorisierten sowjetischen Zielen (Raketenbasen, Flugplätze, Kommandozentren), die er mit seinen vorhandenen Luftstreitkräften nicht vollständig bekämpfen konnte.

In diesem Kontext erfolgte die Einführung der Pershing-Rakete in Mitteleuropa. Trotz ihres ursprünglichen Konzepts als nukleare Artillerie zur Unterstützung der Heerestruppen wurde sie in der Bundeswehr – entgegen dem US-Vorbild – der Luftwaffe unterstellt. Diese Entscheidung fiel in einer Übergangsphase, in der die neue Strategie der „Flexiblen Antwort“ bereits den langfristigen Platz eines solchen weitreichenden nuklearen Systems infrage stellte.

Bildquelle: Wikimedia Commons, Fotograf: Anagoria, Lizenz: CC BY 3.0.

Matadore für die Bundeswehr

In den späten 1950er Jahren beschloss die NATO, ihre Streitkräfte mit taktischen Atomwaffen auszurüsten. Auch die Bundeswehr sollte Marschflugkörper vom Typ Matador erhalten, eine Weiterentwicklung der deutschen V1 mit Reichweiten bis zu 1000 km und atomarem Sprengkopf.

Trotz Beschaffungsbeschlüssen für 24 Flugkörper und hitzigen Bundestagsdebatten wurde das Projekt bald eingestellt. Offiziell galt das System als technisch veraltet, möglicherweise wollten die USA jedoch kein langstreckenfähiges Atomwaffensystem in deutscher Hand sehen.

Anfang der 1960er Jahre fiel die Entscheidung zugunsten der moderneren Pershing-Rakete, die bei der Luftwaffe stationiert wurde. Die kurze Matador-Epoche zeigt die frühe nukleare Ambition der Bundeswehr und die politischen Zwänge des Kalten Krieges.

Bildquelle: US Army

Die Pershings kommen nach Deutschland

Ab 1964 wurde das nukleare Raketensystem Pershing I in der Bundesrepublik stationiert. Die US-Armee verlegte drei Bataillone nach Schwäbisch Gmünd, Mainz-Wackernheim und Neckarsulm und unterstellte sie der 56th Artillery Group.

Parallel dazu stellte die Bundeswehr eigene Flugkörpergeschwader auf, wobei das Flugkörpergeschwader 1 in Landsberg am Lech ab 1963 aus Personal der aufgelösten Matador-Einheit gebildet wurde. Die Aufstellung verlief holprig: Es gab personelle, finanzielle und infrastrukturelle Engpässe, insbesondere für das zweite Geschwader im Norden, das nach langer Suche schließlich in Geilenkirchen stationiert wurde.

Auch die Materiallieferungen aus den USA verzögerten sich, da diese die Erfüllung konventioneller NATO-Verpflichtungen durch die Bundesrepublik zur Bedingung machten. Erst nach politischen Kompromissen und langwierigen Aufbauprozessen konnten die deutschen Pershing-Verbände ihre volle operative Einsatzbereitschaft im NATO-Rahmen erreichen.

Bildquelle: Symbolbild, generiert mit Gemini

Flexible Reaktion als neue Strategie der NATO

Das Kapitel beschreibt die grundlegende strategische Neuausrichtung der NATO in den 1960er Jahren – den Wechsel von der Massiven Vergeltung zur Flexiblen Antwort (Flexible Response).

Ausgelöst wurde dieser Strategiewandel vor allem durch die neue US-Administration unter Präsident Kennedy und Verteidigungsminister McNamara. Ziel war es, auf eine Aggression flexibel und gestuft reagieren zu können, anstatt sofort mit einem massiven nuklearen Gegenschlag zu antworten. Dies erforderte eine massive Stärkung der konventionellen Streitkräfte. Die neue Strategie sah eine Eskalationsleiter mit direkter Verteidigung, vorbedachter Eskalation und nur als letztem Mittel der allgemeinen nuklearen Reaktion vor.

Die Einführung dieser Strategie war jedoch umstritten. Insbesondere Frankreich unter Charles de Gaulle lehnte die amerikanische Dominanz und die neue Konzeption ab. Dies gipfelte 1966/67 im Austritt Frankreichs aus der militärischen Integration der NATO, was das Bündnis in eine schwere Krise stürzte.

Nach dem französischen Austritt und umfangreichen organisatorischen Anpassungen konnte die neue Strategie der Flexiblen Antwort schließlich im Dezember 1967 offiziell vom NATO-Rat verabschiedet und im Dokument MC 14/3 festgeschrieben werden. Die NATO stand am Ende dieses Jahrzehnts allerdings geschwächt da.

Bildquelle: Eigene Aufnahme

Pershing in der QRA-Rolle

Das Kapitel beschreibt die Integration des Pershing-Raketensystems in die NATO-Quick-Reaction-Alert(QRA)-Strategie während des Kalten Krieges. Ursprünglich für die allgemeine Heeresunterstützung konzipiert, wurde die Pershing ab Mitte der 1960er Jahre auf Betreiben vor allem von US-Verteidigungsminister McNamara in die QRA-Rolle überführt, um bestimmte nukleare Ziele schneller und zuverlässiger als Flugzeuge bekämpfen zu können.

Die Umstellung erforderte umfangreiche Tests, organisatorische Anpassungen und den Ausbau der Startkapazitäten auf zunächst 12, später bis zu 36 abschussbereite Raketen pro Bataillon.

Die Schaffung der notwendigen Infrastruktur für stationäre QRA-Stellungen gestaltete sich in der dicht besiedelten Bundesrepublik äußerst schwierig. Oft musste auf improvisierte Lösungen oder umgenutzte, ehemalige Flugabwehrstellungen (Nike Hercules) zurückgegriffen werden. Erst in den 1970er Jahren entstanden einige wenige, den ursprünglichen NATO-Plänen entsprechende Anlagen wie in Kettershausen im Landkreis Neu-Ulm, in Arsbeck im Kreis Heinsberg oder in Kempten-Bodelsberg.

Parallel wurde die physische Sicherung der Atomwaffenlagersysteme und QRA-Stellungen ab den 1970er Jahren massiv durch das Long Range Security Program (LRSP) ausgebaut, um sie gegen Sabotage und terroristische Angriffe zu schützen. Letztlich konnte die angestrebte umfassende QRA-Rolle der Pershing aufgrund infrastruktureller und sicherheitstechnischer Herausforderungen nur eingeschränkt verwirklicht werden.

Bildquelle: US Army

Die Pershing Operational Test Unit (POTU)

Das Kapitel beschreibt die Rolle und die Aufgaben der Pershing Operational Test Unit (POTU), einer kleinen, spezialisierten Einheit der US-Armee in Europa.

Die an ihren roten Baseballkappen erkennbaren Red Hats waren in Heidelberg stationiert und für das umfassende Testprogramm (Pershing Operational Test Program) der in Deutschland stationierten atomaren Pershing-Mittelstreckenraketen verantwortlich. Ihr Ziel war es, Daten über die Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit des Waffensystems zu sammeln, die in regelmäßigen Bewertungsberichten für den Generalstab in Washington zusammengefasst wurden.

Die Tests fanden in zwei Phasen statt: Zunächst führte die POTU unangekündigte Überprüfungen (Field Alert Status Verification) an den Bereitschaftsstellungen in Europa durch, bei denen die Reaktion und Ablaufroutine der Mannschaften simuliert und bewertet wurde. Anschließend konnte eine komplette Einheit mit ihrer Ausrüstung in die USA verlegt werden, um auf Testgeländen wie White Sands reale Abschüsse durchzuführen (Follow-on Operational Test). Diese Tests wurden umfassend mit Kameras, Sensoren und speziellen Übungsgefechtsköpfen überwacht und wissenschaftlich vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University unterstützt, das hierfür auch eine Außenstelle in Stuttgart unterhielt.

Bildquelle: MoRsE, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Von der Pershing I zur Pershing Ia

Dieses Kapitel beschreibt die Umrüstung des nuklearen Kurzstreckenraketensystems vom System Pershing I auf das modernisierte Pershing Ia in den späten 1960er Jahren. Hauptziel war die Steigerung von Mobilität, Reaktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit für die Quick Reaction Alert (QRA)-Aufgabe.

Kernänderungen umfassten den Umstieg von langsamen Ketten- auf schnelle Radfahrzeuge (M656-Lkw), die digitale Umstellung der Lenkung (Guidance & Control) sowie die Einführung eines Battery Control Central (BCC).

Die US Army führte die Umrüstung durch die Operation SWAP zwischen August 1969 und Juni 1970 durch, koordiniert vom US Army Missile Command und mit Martin Marietta als Hauptauftragnehmer. Das Verfahren sah eine logistisch effiziente Paketlösung vor, um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Die Bundeswehr, technologisch von den USA abhängig, schloss sich diesem Plan an und rüstete ihre beiden Flugkörpergeschwader zwischen 1970 und 1971 um, wobei deutsche Lkw (MAN, KHD) eingesetzt wurden.

Bildquelle: Eigene Darstellung

Die Konsolidierung der Pershing-Einheiten

Nach der Umrüstung auf die Pershing Ia in den frühen 1970er Jahren konsolidierten sich die deutschen und amerikanischen Pershing-Verbände in der Bundesrepublik zu einer einsatzbereiten nuklearen Streitmacht. Dies war mit erheblichen Herausforderungen verbunden: Die deutschen Geschwader litten zunächst unter unzureichender Infrastruktur für ihre Bereitschaftsstellungen (QRA), was in taktischen Überprüfungen zu mäßigen Bewertungen führte.

Der Dienst in den groß gewachsenen Geschwadern war anspruchsvoll, mit hoher ständiger Alarmbereitschaft und regelmäßigen Manövern. Die Verbände operierten nach dem Prinzip hoher Mobilität und Dezentralisierung, um im Konfliktfall einer Entdeckung zu entgehen. Ein massives Problem stellte in den 1970er Jahren der verbreitete Drogenkonsum innerhalb der US-Truppen dar, der auch vor den für Atomwaffen zuständigen Einheiten nicht Halt machte und zu schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen führte.

Ab 1976 wurden mit dem Sequential Launch Adapter (SLA) und dem Automatic Reference System (ARS) entscheidende technische Verbesserungen eingeführt. Sie ermöglichten es einem Raketenzug, drei Raketen innerhalb weniger Minuten nacheinander aus unvorbereiteter Stellung abzufeuern, was die Reaktionszeit dramatisch verkürzte. Die Verbände führten regelmäßig reale Testabschüsse auf Geländen in den USA durch, wobei es auch zu Fehlschüssen kam.

Bildquelle: Eigene Darstellung

Thema bei den MBFR-Verhandlungen

In den 1970er Jahren gerieten die in der Bundesrepublik stationierten amerikanischen Pershing-Verbände ins Zentrum der Wiener MBFR-Verhandlungen (Mutual and Balanced Force Reductions). Diese Gespräche, ein Ableger der KSZE, sollten zu einem ausgeglichenen Abbau konventioneller Truppen in Mitteleuropa führen.

Um Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen, schlug die US-Regierung 1975 einen konkreten Deal vor: Der Abzug einer sowjetischen Panzerarmee aus der DDR sollte durch einen Abzug von 1000 US-Atomsprengköpfen, 36 Pershing-Ia-Raketen (ein komplettes Bataillon) und 54 Kampfbombern kompensiert werden. Dieser Vorschlag, den Außenminister Genscher 1979 nochmals aufgriff, hätte die Zahl der Pershing-Raketen in Deutschland von 180 auf 144 reduziert und möglicherweise auch die spätere Nachrüstung mit weniger Pershing II-Systemen zur Folge gehabt.

Letztlich blieb der Vorschlag jedoch wie die gesamten MBFR-Verhandlungen erfolglos. Nach 16 Jahren wurden die Gespräche 1989 eingestellt und kurz darauf als KSE-Verhandlungen neu aufgelegt, die 1990 zum Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa führten – zu einem Zeitpunkt, als die Pershing-Raketen bereits im Rahmen des INF-Vertrags vernichtet wurden.

Bildquelle: Eigene Darstellung

Von der Pershing Ia zur Pershing II

Das Kapitel schildert die Entwicklung der amerikanischen Mittelstreckenrakete Pershing II als technisch wie politisch motivierten Schritt über die Pershing Ia hinaus. Ausgangspunkt sind Überlegungen seit 1972, die Präzision zu steigern, um kleinere, variabel einstellbare Sprengköpfe mit weniger Kollateralschäden einsetzen zu können.

Kerninnovation ist ein Endphasenlenksystem mit Radar Area Correlation, das Radarbilder beim Wiedereintritt mit gespeicherten Karten vergleicht und über Steuerflossen Kurskorrekturen vornimmt, wodurch sich die Treffgenauigkeit etwa um den Faktor zehn verbessert. Parallel dazu entstehen der neue nukleare Sprengkopf W85 sowie verbesserte Bodenausrüstung und Logistik.

Unter dem Eindruck der sowjetischen SS‑20 wird das Anforderungsprofil um größere Reichweite erweitert, die durch stärkeren Feststofftreibstoff und leichtere Motorgehäuse aus Kevlar erreicht wird. Nach der politischen Freigabe 1978/79 beginnt ein ambitioniertes Test‑ und Einführungsprogramm, dessen erster Flug 1982 spektakulär scheitert, ohne das Projekt jedoch zu stoppen; die folgenden Tests verlaufen überwiegend erfolgreich, sodass die geplante Stationierung in Deutschland im Wesentlichen im vorgesehenen Zeitplan umgesetzt wird.

Bildquelle: Eigene Darstellung

Die Debatte um die Nachrüstung beginnt

Das Kapitel beschreibt den Beginn der Nachrüstungsdebatte in den 1970er Jahren, ausgelöst durch eine vermeintliche Lücke bei Mittelstreckenwaffen in Europa. Die UdSSR ersetzte ihre älteren SS-4- und SS-5-Raketen durch die mobilen SS-20 mit mehreren nuklearen Gefechtsköpfen, was von der NATO als neue, gravierende Bedrohung wahrgenommen wurde.

Bundeskanzler Helmut Schmidt warnte 1977 in London, dass die unkontrollierte Aufrüstung der Mittelstreckenraketen das strategische Gleichgewicht gefährden könne, und drängte indirekt auf Gegenmaßnahmen der NATO, auch wenn die Rüstungsplanungen längst liefen. Parallel hatten die USA und die Rüstungsindustrie bereits seit Anfang der 1970er Jahre an Pershing II und Marschflugkörpern wie dem Tomahawk gearbeitet und diese Projekte politisch vorbereitet.

Verstärkt wurde der Druck durch die Kontroverse um die Neutronenbombe, die die NATO in eine Krise stürzte. Institutionell wurde der Prozess mit der Einsetzung der High-Level Group der NATO 1977, der Bestätigung der Stationierungsnotwendigkeit durch Präsident Carter 1978 und einem Gipfel auf Guadeloupe 1979 vorangetrieben.

Bildquelle: Eigene Darstellung mit Material von OSM

Das Treffen in Guadeloupe

Das Kapitel schildert das Treffen der Staats- und Regierungschefs der USA, Frankreichs, Großbritanniens und der Bundesrepublik Deutschland Anfang 1979 auf Guadeloupe, bei dem neben der Iran-Krise auch die geplante Nachrüstung in Europa beraten wurde.

Jimmy Carter bot die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen nur unter der Bedingung an, dass die europäischen Verbündeten dies ausdrücklich wünschten, während Callaghan, Giscard d’Estaing und Schmidt grundsätzlich zustimmten, jedoch parallel Abrüstungsverhandlungen forderten. Briten und Franzosen verweigerten zugleich, ihre nationalen Nuklearwaffen in künftige Verhandlungen einzubeziehen, was spätere Nulllösungen erschwerte, auch wenn in Guadeloupe die politischen Weichen für den NATO-Doppelbeschluss gestellt wurden.

Die öffentliche und publizistische Debatte zwischen Falken und Tauben kontrastiert der Text mit der eigentlichen Entscheidungsfindung in der geheim tagenden High Level Group (HLG) der NATO, die seit 1977 die nukleare Strategie ausarbeitete. Diese HLG empfahl 1979 die Erhöhung der nuklearen Mittelstreckenwaffen durch eine Kombination aus Pershing-II-Raketen und bodengestützten Marschflugkörpern in mehreren westeuropäischen Staaten und lieferte damit die konkrete Grundlage für den Doppelbeschluss.

Bildquelle: NATO

Der NATO-Doppelbeschluss von 1979

Das Kapitel beschreibt Entstehung, Inhalt und Folgen des NATO-Doppelbeschlusses von 1979. Kern war die geplante Stationierung von 108 Pershing-II-Raketen und 464 Cruise Missiles in mehreren westeuropäischen Staaten, verbunden mit dem Abzug von 1000 anderen amerikanischen Atomsprengköpfen und einem Angebot an die UdSSR, alle atomaren Mittelstreckenwaffen in Europa abzurüsten.

Politisch stand der Beschluss jedoch auf Messers Schneide: Vor allem die Niederlande, Belgien, Dänemark und Norwegen drängten auf weniger Raketen oder eine Vertagung; nur mithilfe des NATO-Abstimmungsverfahrens konnte Generalsekretär Joseph Luns die Entscheidung als Konsens feststellen.

Im Kommuniqué wurden Vorbehalte der kleineren Staaten verschwiegen und die Liste der Stationierungsländer nicht genannt. Strategisch sollte der Beschluss die militärische Balance sichern und zugleich Verhandlungen erzwingen, doch der sowjetische Einmarsch in Afghanistan am 24. Dezember 1979 zerstörte die Entspannungspolitik, blockierte Abrüstungsgespräche und trug zum Scheitern des SALT-II-Vertrags im US-Senat bei.

Bildquelle: Tiger Icecold (PD)

Die sowjetische SS-20

Das Kapitel beschreibt Entwicklung, Aufbau und strategische Bedeutung der sowjetischen Mittelstreckenrakete SS-20 (RSD-10 Pioner), die Mitte der 1970er Jahre zu einem Wendepunkt im Kalten Krieg wurde. Sie ersetzte die veralteten Raketen SS-4 und SS-5 und galt aus westlicher Sicht aufgrund ihrer größeren Reichweite, Mobilität, höheren Genauigkeit und Mehrfachsprengköpfe als offensives System, das das militärische Gleichgewicht in Europa zu Ungunsten der NATO verschob und zum NATO-Doppelbeschluss beitrug.

Konstruktiv handelte es sich um eine zweistufige Feststoffrakete mit Verbundwerkstoffkörper, präzisem Inertialleitsystem, automatisierten Startprozeduren und drei unabhängig zielbaren Gefechtsköpfen zu je 150 Kilotonnen. Die Rakete wurde in einem Transport- und Startbehälter auf einem schweren, geländegängigen Fahrzeug stationiert, konnte aus getarnten Garagen oder vorbereiteten Feldstellungen gestartet werden und war schnell verlege- und einsatzfähig.

Mit Reichweiten bis 5500 Kilometern konnte sie von sowjetischem Territorium aus große Teile Europas und andere Regionen bedrohen. Zwischen 1978 und 1986 wurden hunderte Systeme stationiert; die SS-20 zeigte über ihre Einsatzzeit eine sehr hohe Zuverlässigkeit ohne dokumentierte Fehlstarts und prägte damit die nukleare Rüstungskonfrontation der 1970er und 1980er Jahre maßgeblich.

Bildquelle: dealerofsalvation, Bunker, Mutlanger Heide, CC BY-SA 3.0

Friedensbewegung der 1980er-Jahre

Die Friedensbewegung der 1980er war eine der größten gesellschaftlichen Mobilisierungen der Bundesrepublik. Ausgelöst durch den NATO-Doppelbeschluss von 1979 wuchs sie zu einer breiten Massenbewegung.

Ihren Initialzündung erfolgte mit dem Krefelder Appell von 1980, der von über vier Millionen Menschen unterzeichnet wurde. Auf der Straße zeigten Massenkundgebungen wie die Demonstration mit 300.000 Menschen in Bonn 1981 unüberhörbaren Widerstand.

Die Bewegung entwickelte kreative Protestformen: Straßenblockaden vor Atomwaffenlagern, wie 1982 in Großengstingen, wurden zum Modell. Der Kristallisationspunkt wurde Mutlangen bei Schwäbisch Gmünd, der erste geplante Stationierungsort der Pershing II.

Hier fand im September 1983 eine spektakuläre Prominentenblockade mit Teilnehmern wie Günter Grass und Oskar Lafontaine statt. Trotz permanenter Protestaktionen konnte die Bewegung die Nachrüstung politisch nicht verhindern.

Ihr Vermächtnis ist ambivalent: Sie prägte eine Generation, etablierte gewaltfreien Widerstand als Protestform und hinterließ mit Orten wie der Mutlanger Pressehütte bleibende Erinnerungsorte zivilgesellschaftlichen Engagements.

Bildquelle: Eigene Darstellung

Erste Verhandlungen in Genf

Das Kapitel schildert, warum die im NATO-Doppelbeschluss vorgesehenen Abrüstungsverhandlungen nach 1979 nur schleppend in Gang kamen und welche diplomatischen Initiativen sie dennoch vorantrieben. Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan, die harte Linie der Carter-Regierung und Moskaus Forderung nach Rücknahme des Doppelbeschlusses blockierten zunächst Gespräche. Europäische Akteure wie Schmidt und Genscher versuchten, durch fortgesetzte Ostkontakte und Gipfeltreffen, etwa am Rande von Titos Staatsbegräbnis, die Entspannungspolitik zu retten.​

Schmidts Moskau-Reise 1980 löste das sowjetische Junktim zwischen Abrüstung und Doppelbeschluss, schuf aber noch keinen konkreten Verhandlungsrahmen. Nach Reagans Wahlsieg formulierte die neue US-Regierung mit der »Doppelten Null-Lösung« eine harte Ausgangsposition, die von der UdSSR abgelehnt wurde. In Genf wurden anschließend verschiedene Kompromissvorschläge diskutiert, darunter der sowjetische Vorschlag von 1982 und der berühmte Waldspaziergang-Plan von Nitze, doch blieben alle ohne Ergebnis. Mit Beginn der NATO-Nachrüstung im Herbst 1983 wurden die Genfer Verhandlungen schließlich ergebnislos abgebrochen.

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Von Nordhausen nach Fort Bliss
  • Raketen für die US-Army und die NATO
  • Redstone - der Vorläufer der Pershing
  • Von der Redstone zur Pershing I
  • Die Entwicklung von Raketen in den 1950er-Jahren
  • Die NATO-Strategie der massiven Vergeltung
  • Die NATO-Ratstagung im Februar 1952
  • Lauris Norstad als neuer SACEUR
  • Auf dem Weg zu einer neuen Strategie
  • Matadore für die Bundeswehr
  • Die Pershing-Raketen kommen nach Deutschland
  • Flexible Reaktion als neue Strategie der NATO
  • Die Pershing-Raketen in der QRA-Rolle
  • Die Pershing Operational Test Unit (POTU)
  • Von der Pershing I zur Pershing Ia
  • Die Konsolidierung der Pershing-Einheiten
  • Thema bei den MBFR-Verhandlungen
  • Von der Pershing Ia zur Pershing II
  • Die Debatte um die Nachrüstung beginnt
  • Das Treffen in Guadeloupe
  • Der NATO-Doppelbeschluss von 1979
  • Die sowjetische SS-20
  • Friedensbewegung der 1980er-Jahre
  • Erste Verhandlungen in Genf
  • Unfälle mit Pershing-Raketen
  • Die ersten Pershing II-Raketen in Mutlangen
  • Die sowjetische Nach-Nach-Rüstung
  • Die Nachrüstung nimmt Fahrt auf
  • Der Pershing-Unfall von Heilbronn 1985
  • Der Pershing II-Verband wird einsatzbereit
  • Erfolgreiche Verhandlungen in Genf
  • Die Details des INF-Vertrags
  • Der Abzug der Pershing II-Raketen
  • Das Ende der Pershing bei der Bundeswehr
  • Relikte der Pershing-Ära
  • Die Rückkehr der Raketen
  • Timeline
  • Verzeichnis der Abkürzungen
  • Literatur zum Thema

Gesamtumfang des Taschenbuchs: 448 Seiten

Verzeichnis der Abbildungen

  • Gliederung eines Honest John-Bataillons der US-Army
  • Die Entwicklung der Redstone-Rakete
  • Gliederungsschema einer Redstone Missile Group
  • Die Reichweite der in der Bundesrepublik stationierten Redstone-Raketen
  • An der Entwicklung der Pershing I waren mehrere Firmen beteiligt
  • Die Gliederung des Pershing I-Bataillons der US-Army
  • So war das Alliierte Oberkommando Europa (SHAPE) der NATO 1957 gegliedert
  • In diesen Gremien der NATO wurden die jeweiligen Strategien entwickelt und umgesetzt
  • Die geplante Struktur einer Matador-Flugkörpergruppe
  • Eine Pershing I-Batterie der US-Army auf dem Marsch
  • Gliederung einer Pershing I-Battery der US-Army
  • Gliederung eines Pershing I-Flugkörpergeschwaders der Bundeswehr
  • QRA-Stellung einer US-Pershing I-Einheit auf einem Kasernengelände in Nellingen
  • Wie aus der ehemaligen Nike-Flugabwehrstellung Inneringen ein Pershing QRA-Site wurde
  • Im Rahmen des Long Range Security Programms (LRSP) wurde auch die QRA-Stellung Kettershausen mit Intrusion Detection Systemen (IDS) ausgerüstet
  • Die Gliederung der US-Bewachungseinheiten in Mitteleuropa (Stand 1989)
  • Der SWAP von der Pershing I zur Pershing Ia
  • Das Gliederungsschema der Flugkörpergeschwader der Bundeswehr nach der Umrüstung auf das Waffensystem Pershing Ia
  • Aufmarschplan des FKG 1 aus Landsberg am Lech
  • Die Entwicklungsgeschichte der Pershing II-Rakete
  • Die Stationierungsräume der SS-20 im europäischen Raum der Sowjetunion
  • Die Stationierungsorte für die GLCM-Waffensysteme der Nachrüstung in Europa
  • Die Dislozierungsräume der Raketen in der DDR und CSSR
  • Die Dislozierungsräume der Pershing-Verbände im Raum Heilbronn
  • Die Gliederung des 56th Field Artillery Command (Pershing) ab 1986
  • Aufmarschräume und Bewegungen beim Manöver »Carbon Blazer«
  • Diese Raketen mussten die INF-Vertragspartner innerhalb von drei Jahren abziehen und zerstören
  • Diese Pershing II-Einrichtungen in der Bundesrepublik wurden von sowjetischen Inspektoren aufgesucht
  • Die Dislozierungsräume des FKG 2 in den 1970er- und 1980er Jahren
  • Die Dislozierungeräume des FKG 1 in den 1970er- und 1980er-Jahren

Stichworte

  • Pershing-Rakete
  • Pershing I / Ia
  • Pershing II
  • Massenvernichtungswaffen
  • Nuklearwaffen
  • Atomsprengkörper
  • F-104 Starfighter
  • Nike Hercules
  • Matador / Mace
  • V-1
  • Cruise Missiles
  • SS-20 (Sowjetunion)
  • Mittelstreckensysteme
  • PAL (elektronische Sicherungen)
  • Kalter Krieg
  • Massive Vergeltung
  • Flexible Response (MC 14/3, MC 48/3)
  • NATO-Doppelbeschluss (1979)
  • INF-Vertrag (1987)
  • Doppelte Nulllösung
  • Abrüstungsgespräche (Genf)
  • INF-Vertrag-Kündigung (2019)
  • MC 70
  • Charles Erwin Wilson
  • Dwight D. Eisenhower
  • Franz-Josef Strauß
  • John F. Kennedy
  • Robert McNamara
  • De Gaulle
  • Ronald Reagan
  • Michail Gorbatschow
  • Helmut Kohl
  • Donald Trump
  • Wladimir Putin
  • NATO
  • Bundeswehr
  • 38th Tactical Missile Wing
  • Stationierungsorte (Neu-Ulm, Schwäbisch Gmünd, Heilbronn/Neckarsulm)
  • Camp Redleg (Unfall 1985)
  • Mutlangen
  • 56th Artillery Command (Reaktivierung 2021)
  • Frankreich
  • Warschauer Pakt
  • Nachrüstung (1980er-Jahre)
  • Anti-Atomwaffen-Bewegung
  • Kampf dem Atomtod
  • Atomkrieg
  • Pentomic-Divisionen
  • NATO-Austritt Frankreichs (1966)
  • Quick Reaction Alert (QRA) / Victor Alert
  • Friedensbewegung / Blockaden
  • Prominentenblockade / Richterblockade

Über den Autor

Max Bold - Autor

Max Bold, Jahrgang 1949, hat in München Politikwissenschaft studiert. Das Thema der Diplom-Arbeit lautete: »Die Mitwirkung der Bundesrepublik an der Militärstrategie der NATO«. Während seiner beruflichen Laufbahn hat er als Journalist bei diversen Verlagen und in diversen Positionen das journalistische Handwerk in all seinen Facetten kennen und schätzen gelernt.